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Von der Kommunalwahl nicht schweigen!

Im Mai könnten sich an vielen sÀchsischen Orten schwarz-blaue Mehrheiten bilden. Auch bei der Kommunalwahl in Leipzig.

Die Landtagswahlen im September rĂŒcken zunehmend ins öffentliche Bewusstsein. Viele erwarten fĂŒr Sachsen, dass die AfD nach der CDU zweitstĂ€rkste Kraft wird. Die Sorge vor den Ergebnissen und vor möglichen Regierungskoalitionen treibt viele Menschen um. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, ob die CDU ihre bisherige Absage an eine schwarz-blaue Koalition durchhĂ€lt, ob Rot-Rot-GrĂŒn nicht doch irgendwie möglich wĂ€re oder ob alles auf eine Minderheitenregierung hinauslĂ€uft. Sicherlich ein wichtiges Thema, das auch außerhalb von Sachsen viele Menschen bewegt.

Dabei vergisst man jedoch oft, die sĂ€chsischen Kommunalwahlen. Diese finden ebenfalls in wenigen Monaten statt und so findet sich dann auch in Leipzig ein neuer Stadtrat zusammen. Legt man ein Ă€hnliches Wahlverhalten wie zur Bundestagswahl zugrunde, könnte sich hier eine schwarz-blaue Mehrheit ergeben. Die Leipziger CDU stellt jetzt schon die grĂ¶ĂŸte Fraktion im Stadtrat. Deren Landesverband gibt sich rechter als andere LandesverbĂ€nde.

Die Leipziger Union macht da keine Ausnahme.

Sollte die AfD Ă€hnliche Stimmengewinne wie zur Bundestagswahl erzielen, könnte sie mit der CDU die Mehrheit stellen. Aufgrund des Leipziger Modells, das ein Regieren mit wechselnden Mehrheiten erlaubt, mĂŒssten beide Parteien keine offizielle Koalitionsvereinbarung eingehen. Jegliches Handeln, wofĂŒr es StadtratsbeschlĂŒsse braucht, könnte blockiert oder eben befĂŒrwortet werden. Drei Beispiele: Fördergelder fĂŒr unliebsame Projekte wie das Conne Island, die Villa oder FrauenhĂ€user, hier ist mit heftigen KĂŒrzungen zu rechnen. BĂŒrgermeister oder Abteilungsleiter mit entsprechendem konservativem oder rechtem Profil könnten ins Amt gebracht werden. Sozialleistungen fĂŒr GeflĂŒchtete könnten eingeschrĂ€nkt oder gĂ€nzlich gestoppt werden. Kurzum, die Auswirkungen wĂ€ren unmittelbar zu spĂŒren. Die Stadtpolitik wĂŒrde von rechts umgebaut werden.

Und außerhalb Leipzigs?

Auch in anderen sĂ€chsischen StĂ€dten oder Gemeinden sorgt man sich um mögliche Wahlergebnisse. Im Interview mit dem kreuzer sprach das Alternative Jugendzentrum Chemnitz von einer konkreten Bedrohung, die sich in den Wahlprognosen abzeichne. Der Veranstaltungsbetrieb wurde deswegen in eine gGmbH ausgelagert, um den Kernverein mit seiner sozialpĂ€dagogischen Arbeit vor FördergeldkĂŒrzungen zu schĂŒtzen.

Fraglich bleibt, ob sich das Wahlverhalten der Bundestagswahl eins zu eins auf die Kommunalwahl ĂŒbertragen lĂ€sst. Manch*e WĂ€hler*in, die oder der damals mit dem Kreuz bei der AfD die Bundespolitik der bisher gewĂ€hlten Partei abstrafen wollte, besinnt sich auf kommunaler Ebene doch auf ihren oder seinen wohlbekannte*n Kandidat*in. Nur: Zu sicher sollte man sich nicht sein, dass GrĂŒne, SPD und Linkspartei wieder die Mehrheit im Leipziger Stadtrat stellen werden. 

Wer also von der Landtagswahl redet, sollte von der Kommunalwahl nicht schweigen. 

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