DIY Mückenstichsalbe mit Spitzwegerich

Ich muss wirklich aufpassen, dass dies kein Text voller Hass und Wut wird. Es gibt wenig, über das ich mich so herzzerreißend und rumpelstilzchenmäßig aufstampfend aufregen könnte wie sie: Mückenstiche. Jeden Urlaub, jedes Frühjahr, jeden Sommer, jeden Frühherbst erwischen sie mich aufs Neue. Sie jucken, drücken, ziepen, entzünden sich, rufen allergische Reaktionen hervor. Jedes Jahr machen sie mir die Sommerlaune madig und die Beine beulenübersät. Argh!

Aber Schluss damit: Statt mit verbeulten Beinen aufzustampfen, habe ich nach neuen Lösungen gesucht und wurde am Wegesrand fündig. Die selbstgemachte Mückenstichsalbe mit Spitzwegerich lenkt nämlich nicht nur von den fiesen Stichen ab, sondern verspricht tatsächlich Linderung.

Eine Hand hält einige Blätter Spitzwegerich
Schon 10-20 Blätter Spitzwegerich reichen, um daraus Mückenstichsalbe zu machen.

Warum Spitzwegerich?

Dafür, dass ich schon so lange über Mückenstiche jammere, ist es verwunderlich, dass ich bis vor kurzem nichts über Spitzwegerich wusste. Der ist nämlich super. Er wächst praktisch überall (schaut mal auf einer Wiese, im Park oder am Wegesrand) und hat einige heilende Wirkungen. Im Fall der Insektenstiche sind es die abschwellende, antibakterielle und entzündungshemmende, die Geplagte sich zunutze machen können. Selbstverständlich ist die Pflanze kein Wundermittel und bei wirklich schlimmen Stichen sollte lieber eine Ärztin oder Apotheke aufgesucht werden als die nächste Wiese. Aber für die schnelle Hilfe und allgemeine Besänftigung ist der Spitzwegerich auf jeden Fall eine Empfehlung. Eine Möglichkeit ist, ihn zu zerkauen und die Patsche auf den Stich zu drücken. Eine andere, sich eine Salbe daraus zu kochen. Das geht viel einfacher als gedacht.

Mückenstichsalbe mit Spitzwegerich selber machen

Vorab sei gesagt: Alle Angaben hier sind als sehr flexibel zu betrachten. Das wird kein Arzneimittel, sondern ein Hausmittelchen. Wer ein wenig variieren möchte – beispielsweise weitere Heilkräuter hinzufügen – kann das einfach tun.

Das wird benötigt

  • 10 bis 20 Blätter Spitzwegerich
  • 50 ml Pflanzenöl
  • 1 Esslöffel Bienenwachspastillen
  • Ein paar leere und am besten desinfizierte Döschen oder Gläser
  • Außerdem ein Schraubglas für den Ölaufguss, ein Sieb, ein Holzstäbchen und ein Topf fürs Wasserbad.

Vegane Alternativen? Na klaro! Ich habe für dieses Rezept Bienenwachs verwendet, weil es für mich am einfachsten zu besorgen war. Allerdings ist es auch wirklich nicht schwer, ohne tierische Zutaten auszukommen. Stattdessen lassen sich beispielsweise Candelillawachs, Beerenwachs oder Carnaubawachs verwenden. Alle drei kommen in der Naturkosmetik zum Einsatz und sind auch für diese Salbe gut geeignet. Aber Achtung: Die Wachse haben unterschiedliche Schmelzpunkte, wodurch die Salbe jeweils fester oder weicher werden kann. Es kann also sein, dass ihr bei der Menge variieren müsst.

Teil 1: Spitzwegerichöl

So viel ist hier gar nicht zu tun: Der Spitzwegerich wird gewaschen und in kleine Stücke geschnitten. Anschließend wandert er zusammen mit dem Öl in ein Schraubglas. Das kann man nun – schön fest verschlossen – einige Tage lang einfach stehen lassen. Ich war allerdings ungeduldig (und voller Mückenstiche), darum habe ich den Prozess etwas beschleunigt. Dazu habe ich das Glas – allerdings noch offen – in einem Wasserbad für zwei Stunden auf etwa 40°C bis 60°C erhitzt. Durch das Erwärmen werden die Wirkstoffe aus der Pflanze schneller vom Öl aufgenommen. Sicherheitshalber habe ich das Spitzwegerich-Öl-Gemisch danach trotzdem noch zwei Tage ziehen lassen und dann erst weiter verarbeitet.

Teil 2: Aus Öl werde Salbe!

Ist die Wartezeit vorbei, wird das Öl durch ein feines Sieb oder einen Kaffeefilter gegossen, damit keine Blätter mehr darin schwimmen. Nun kann das Öl eigentlich auch schon als Hautpflege verwendet werden, aber es soll ja eine Salbe daraus werden. Also: Rein mit dem Bienenwachs (oder seinen pflanzlichen Alternativen)! Damit es sich im Öl auflöst, muss es im Wasserbad erhitzt werden. Je nachdem, wie fest die Salbe werden soll, benötigt sie mehr oder weniger Bienenwachs. Um zu prüfen, wie fest sie wird, habe ich einen kleinen Tropfen erkalten lassen. Ist sie zu fest, kann einfach mehr Öl zugegeben werden. Ist die Salbe noch sehr flüssig, kommt einfach noch etwas Wachs dazu.

Fertig!

Ich hatte Glück: Meine Salbe wurde direkt perfekt. Also habe ich das heiße Öl in die Döschen gefüllt und erkalten lassen. Und – Ta-Da! – fertig ist die Mückenstichsalbe mit Spitzwegerich! Sie bewirkt vielleicht keine Wunder, aber auf jeden Fall mehr als jeder Wutausbruch.

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